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Was sind religiöse Bruderschaften?
Mit seinem Werk "Die kirchlichen Bruderschaften und Zünfte der Innerschweiz" legte P. RudolfHenggeler 1955 ein umfassendes Inventar dieser Institutionen in der Innerschweiz vor. Über 1100 einzelne Vereinigungen verschiedenster Art stellte Henggeler zusammen und skizzierte kurz deren wichtigste Merkmale.
Die religiösen Bruderschaften waren stets wichtige Bestandteile des kirchlichen Lebens. Nach einer ersten Hochblüte im ausgehenden Mittelalter brachten dann v.a. das 17. Und 18. Jahrhundert eine Welle vieler Neugründungen. Die Gegenreformation und das barocke Lebensgefühl bildeten das geeignete Umfeld für diese Zusammenschlüsse zur Förderung der christlichen Liebestätigkeit, der Werke der Frömmigkeit und ganz allgemein der Förderung des religiösen Lebens und der Mehrung und Verschönerung des öffentlichen Kultus.
Neben der Wohltätigkeit für andere war aber auch das eigene Seelenheil wichtig. Waren die Bemühungen zur Verehrung Gottes oder Heiliger eher ein Wirken im Stillen, so partizipierte die breite Bevölkerung als "Einverleibte" v.a. an den Ablass-Privilegien, die sehr viele Bruderschaften von Rom erhielten. Die Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Bruderschaft hatte und hat durch eine kostenpflichtige Beitrittserklärung zu erfolgen. Die umfangreichen Sterberödel sind ein deutlicher Beweis für die Beliebtheit dieser Dienstleistung für das Seelenheil. Sogar Verstorbene konnten nachträglich aufgenommen werden, um in den Genuss des Ablasses zu kommen, aber auch um sich die Gedächtnisse und bei der Beerdigung eine "äussere Ehrung" (E. Wymann) zu sichern.
Die im 19. Jahrhundert beginnende Bildung vielfältigster Vereine entzog der Fortentwicklung des traditionellen Bruderschaftswesens weitgehend den Boden. Auflösungen oder zumindest weitgehende Rückzüge aus der öffentlichen Präsenz waren die Folge. Damit verbunden war und ist ein schleichender Verlust von praktiziertem Kulturgut, verbunden mit der Gefahr, dass auch die schriftlichen Zeugnisse an Wertschätzung verlieren und kaum behütet verloren gehen. .
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