Ordensstifter * 8. 3. 1495 + 8. 3. 1550

Mit acht Jahren von zu Hause entführt oder entflohen, war er zunächst Hirte. Da sein Familienname nicht bekannt war, nannte man ihn »Johannes von Gott«. 1532 kämpfte er mit den Österreichern gegen die Türken. Die Nachricht vom lange zurückliegenden Tod seiner Eltern motivierte ihn zu einem besseren christlichen Leben als bisher. Er verdiente seinen Unterhalt als Buch- und Bilderhändler.

Der Einfluß des JOHANNES von Avila, besonders dessen Predigten, vertieften seinen Entschluss, christlich zu leben. Selbst für eine Zeit im Hospital, wo er unter dem Erlebnis litt, als Narr behandelt zu werden, gründete er 1540 ein Krankenhaus in Granada. Seine offensichtlichen Erfolge brachten ihm bald reichliche Unterstützung bis hin zu König Philipp II. Sein Tod war wohl auch die Folge von schwerer Arbeit im Dienst an den Kranken.

Die lose Genossenschaft, die er um sein Werk versammelt hatte, erhielt 1571 die Anerkennung als Orden (»Hospitaliter«, »Brüder der Liebe«, »Fate bene fratelle«, in Deutschland: »Barmherzige Brüder«). Die Seligsprechung erfolgte 1630, 1690 die Heiligsprechung. Papst Leo XIII. erhob ihn zum Patron der Krankenhäuser, des Krankenpflegepersonals und der Kranken selber.

In seinen Behandlungsformen war er seiner Zeit weit voraus: Aufgrund klarer Erkenntnis für die psychosomatische Struktur des Menschen entwickelte er ganzheitliche Behandlungsmethoden, führte im Ansatz psychoanalytische Behandlungen durch und reformierte in seinem Umfeld die Behandlung von Geisteskrankheiten.

A U S Z U G
aus dem Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon,Verlag Traugott Bautz www.bautz.de/bbkl ,Spalten 376-377, Autor: Harald Wagner

Lit.: F. De Castro, Miraculosa vida y santas obras del b. Juan de Dios, Granada 1588 (in mehrere Sprachen übersetzt); - J. Girard de Villethiery, Vie de S. Jean de Dieu, Paris 1691; - H. Pedicaro, Vita di S. Giovanni di Dio, Palermo 1666; - P. Wasserburger, Anmüthig und lehrreich in tausend ... Singesätzen verfaßte Lebensbeschreibung ... Joannis de Deo, Wien 1767; - Lechner, Leben des hl. J. v. G. Aus den Quellen dargest., Regensburg; - L. Ruland, Gespräche um J., Würzburg 1947; - Ders., Ein armseliger Mensch, ein Heiliger, Frankfurt 21949; - C. Salvaderi, Incontri con s. Giovanni di Deo, Rom 1959; - WWKL VI, 1686-1688; - LThK V, 1038 f.

etwas mehr dazu [376 KB] aus dem Buch: BILDER DER HEILIGEN von Antonio Sicari, Ausgabe Jaca Book


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